Sonntag, 5. März 2017

Semperoper - Neues aus der Spielzeit 2017/18

Als Leitmotiv der Opernpremieren in der kommenden Spielzeit steht das Thema »Brüchiger Frieden«. So stehen sich zwei programmatische Opernpremieren zu Beginn und zum Abschluss der kommenden Spielzeit gegenüber: eine Grand opéra und zwei Einakter in einem Doppelabend. Sie werfen die Fragen nach der Brüchigkeit des Friedens auf:
Hector Berlioz’ großes Epos von Krieg und Frieden: »Les Troyens/ Die Trojaner« beginnt mit der Geschichte des vermeintlichen Friedens in Troja. Lydia Steier inszeniert die Grand ópera, die musikalische Leitung liegt in den Händen von Lothar Koenigs.
Die Premiere des Doppelabends »Oedipus rex« von Igor Strawinsky und »Il prigioniero« von Luigi Dallapiccola beschließt die Spielzeit. In beiden Opern geht es um die enttäuschte Hoffnung: Oedipus hofft vergeblich darauf, seinem prophezeiten Los entgehen zu können. Der Gefangene in »Il prigioniero« hofft auf Freiheit und muss am Ende erkennen, dass die Zerstörung dieser Hoffnung seine schlimmste Folter war. Sebastian Weigle, Generalmusikdirektor der Oper Frankfurt,  kommt für diese Premiere nach Dresden zurück und dirigiert die Sächsische Staatskapelle, Elisabeth Stöppler führt Regie.

Dietrich W. Hilsdorf inszeniert Gaetano Donizettis »Lucia di Lammermoor«, ein Werk, das das Ringen um inneren Frieden thematisiert: eine Geschichte um Eifersucht, vor allem aber um zwei verfeindete Familien. Venera Gimadieva, die sich in Dresden bereits als Violetta in »La traviata« vorgestellt hat, ist in der Titelpartie zu erleben. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Giampaolo Bisanti. Nach 80 Jahren ist »Lucia di Lammermoor« erstmals wieder in einer szenischen Umsetzung auf der Bühne der Semperoper zu erleben.

Auch in dem spätromantischen Meisterwerk des nur 23-jährigen Erich Wolfgang Korngold »Die tote Stadt« geht es um den inneren Kampf des Protagonisten – Burkhard Fritz ist in der Partie des Paul zu erleben –, den die Trauer über den Tod seiner Frau gefangen nimmt und der die Verluste der Vergangenheit in die Gegenwart projiziert. Es inszeniert der international renommierte Regisseur David Bösch, der in Schauspiel und Oper zu Hause ist und sich mit dieser Arbeit erstmals an der Semperoper vorstellt. Einer der renommiertesten Dirigenten der Gegenwart, Jeffrey Tate, gibt als musikalischer Leiter ebenfalls sein Hausdebüt.

In Giuseppe Verdis »La forza del destino / Die Macht des Schicksals« zerstört ein Schicksalsschlag das Leben von vier Menschen, ihr »Friede« ist gebrochen. Keith Warner inszeniert das Melodrama in vier Akten und Mark Wigglesworth stellt sich als Dirigent der Sächsischen Staatskapelle dem Publikum vor.

Menschengemacht ist das Schicksal der Götter, deren Reich auf Größenwahn, Betrug und Mord aufgebaut ist und die am Ende durch ihre eigene Gier nach Macht und Geld ins Verderben stürzen. Im Januar und Februar 2018 steht Richard Wagners Tetralogie »Der Ring des Nibelungen« in zwei Aufführungsserien auf dem Spielplan der Semperoper Dresden. Unter der musikalischen Leitung von Christian Thielemann ist eine exzellente Sängerbesetzung zu erleben, unter anderem Petra Lang, Albert Dohmen, Georg Zeppenfeld, Christa Mayer und Andreas Schager.

Am 15. März 2017 beginnt ein begrenzter Kartenverkauf online über die Website sowie der Verkauf von Abonnements und Paketen in der Schinkelwache. Allgemeiner Verkaufsbeginn ist am 22. März 2017 in der Schinkelwache.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen